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Apfelbrot – Was Foodblogger so lieben

Das Internet bietet heute jedem seine Ausdrucksmöglichkeit. Manche kommen besser an, manche schlechter. Auch Blogger haben die unterschiedlichsten Themen für sich erkannt – vom chaotischen Familienleben (Sontje und das Chaoshaus, ein Blog mit und über eine Familie mit einem Down Syndrom Kind) über Reiseblogs (z.B. Pink Compass, der Reiseblog für alleinreisende Frauen) bis hin zu Foodblogs. 300.000 aktive Blogger allein in Deutschland soll es geben – so Zahlen aus 2010. Weltweit soll es 70 Millionen Blogs geben (Heise Online schon im Jahr 2005). Gut, dass es noch Bücher, gedruckt und gebunden, gibt, die die Spreu vom Weizen trennen und Orientierung bieten. Wie das Buch „100 Foodblogger haben wir gefragt – Vier Jahreszeiten, 100 Lieblingsrezepte“ aus dem ars vivendi-Verlag.

Rezepte von 100 Foodbloggern

Das Buch ist nicht nur inhaltlich anspruchsvoll, auch Bindung, Aufmachung und Verarbeitung zeigen, dass hier ein Team mit viel Liebe gearbeitet hat. Fadenheftung, Lesebändchen, schönes Papier. Das Buch mit seinen über 200 Seiten liegt schwer in der Hand und bietet eine Auswahl an wunderbaren, oft ungewöhnlichen Rezepten. Eben die Lieblingsrezepte der Foodblogger. Sortiert nach Jahreszeiten kann man sich „durchprobieren“, sich und seine Gäste überraschen. Der „lauwarme Spargel-Brot-Salat mit getrockneten Kirschen“ ist der Opener für den Frühling. Ein Rezept vom Blog Biskuitwerkstatt. Ein Gesckmacksabenteuer dürften für viele die „Milchreis-Erdbeer-Sushi mit Pistazien-Minz-Pesto“ oder die „No bake Frühlingstörtchen mit Brombeer- und Limettencreme“ sein. Eher klassisch erscheinen dagegen die Südtiroler Kasnocken und das „Gemüse mit Hähnchenbrust und Basmatireis aus dem Wok“. Genauso „abenteuerlustig“ wie das Jahr mit dem Frühling startet geht es im Sommer, Herbst und Winter weiter: „Gegrillte Wassermelone mit Ziegenkäse auf Rucola“, „Gemüsequiche mit Kichererbsen-Grieß-Boden“ oder „Rote-Beete-Vollkorn-Flammkuchen“ sind einige der vielen Beispiele. Alle Rezepte klingen gut und versprechen ganz besondere Augenblicke. Aber wir wollten es genau wissen und haben uns ein Rezept ausgesucht. Passend zur Jahreszeit (und zu unserer Leidenschaft für Brot) haben wir ein Herbstrezept gewählt: Würziges Apfelbrot mit Rosmarin und Sonnenblumenkernen vom Blog Cinnamon and Coriander.

Apfelbrot? Nicht süß, sondern deftig!

Kiki, so heißt die Bloggerin von Cinnamon and Coriander, ist 28 Jahre jung, kommt aus Bayern und lebt zur Zeit in Kanada. Ihre Küche ist vielschichtig und experimentierfreudig, in der Musik würde man sagen „crossover“.

Gut gewürzt ist halb gewonnen! Egal ob herzhaft oder süß –Gewürze sind für mich der Schlüssel zum Genuss! (Kiki)

Ungewöhnlich schon die Zutaten zum „Brot“ – und der Beginn eines besonderen Geschmackserlebnisses.

Für eine große Kastenform

250 g Mehl
2 Tl Salz
2 Tl Backpulver
3 – 4 El Zucker
2 El Rosmarin, frisch oder getrocknet
1/2 Tl Zimt
1/4 Tl Muskat
1 Tl Pfeffer, frisch gemahlen
2 Eier (L)
250 g Buttermilch
120 g Olivenöl
4 El geröstete Sonnenblumenkerne + 1 El als Topping
1 großer oder 2 kleine säuerliche Äpfel (ca. 200 – 230 g)

Zubereitung

Backofen auf 175 °C vorheizen, die Kastenform einfetten und den Boden zusätzlich mit Pergamentpapier auskleiden (dann löst sich das Brot besser aus der Form). Die Sonnenblumenkerne rösten und abkühlen lassen, Äpfel schälen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Nun die trockenen acht Zutaten in einer Schüssel mischen. Buttermilch, Eier und das Öl in eine weitere Schüssel geben und mit der Gabel kurz verquirlen. Diese Mischung unter die trockenen Zutaten heben, bis ein klebriger Teig entsteht. Er muss, so Kiki, „nicht super-homogen sein – rührt also nur so lange wie unbedingt nötig. Kleine Klümpchen machen nichts!“ Am Schluss Sonnenblumenkerne und Apfelstückchen untermischen und den Teig in die Form geben. Das Brot braucht ca. 45-50 Minuten im Ofen und ist fertig, wenn die Ränder leicht golden sind – und wenn am Stäbchen kein Teig mehr kleben bleibt.

Das Brot riecht würzig nach Herbst und schmeckt auch so. Marmelade ist definitiv der falsche Aufstrich, eher Salz oder Kräuter. Es eignet sich als ungewöhnlicher Nachmittagssnack, der gut den Magen füllt und auch perfekt zu einer Bratensoße passt – oder mit einem Salat kombiniert werden kann. Uns hat es geschmeckt, auch wenn es nicht so fluffig geworden ist, wie es Kiki in ihrem Blog beschreibt.

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