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Bongartz

Musik mal nicht aus dem Internet

Es tut gut, wenn es Läden gibt, die Tonträger (CDs, Schallplatten & mehr) handverlesen anbieten. In Erlangen gibt es mindestens drei empfehlenswerte Geschäfte: musica records & books, Der Schallplattenmann und Bongartz. Während musica eher in der Klassik & im Jazz zu Hause ist, findet man beim „Schallplattenmann“ eine feine Auswahl aus den Bereichen Singer/Songwriter, Blues, Country, Jazz, Indie oder World. Und Bongartz? Bongartz bietet Jazz und Weltmusik, Pop und Indie, elektronische Soundscapes und alle Spielarten des Black Rhythm. Die Chart-Standards wird man bei allen vergeblich suchen, dafür bekommt man immer eine persönliche Beratung und Wissenswertes rund um den jeweiligen Künstler und die Musik mitgeliefert. Und natürlich kann man jede CD hören – in aller Ruhe, bei Bongartz mit einem leckeren Espresso oder Café aus der Siebträgermaschine. Das macht Laune und den Samstagvormittag zu einem kleinen Vergnügen.

Musik: Sehen, hören und erleben

In allen drei Geschäften ist man als Kunde noch Mensch, keine Nummer. Todde oder auch Peter vom Bongartz wissen sehr genau um die individuellen Präferenzen, schaffen es aber auch immer wieder mit Tipps zu überraschen, die außerhalb des eigenen Hörvergnügens liegen. Sie sorgen damit für Bereicherung – und wir freuen uns immer wieder über die unterschiedlichsten Anregungen und Erweiterungen unseres Horizonts. Es ist wie beim Modeshoppen. Gute Verkäuferinnen öffnen den Blick und helfen uns ab und an den eingefahrenen Trott freudig zu verlassen. Was man aber dort wie auch bei musica, Der Schallplattenmann oder Bongartz mitbringen muss, ist etwas Zeit. Zum Stöbern, Fragen und Hören, zum Nachfragen und Erzählen, zum Zuhören und Unterhalten. Denn in allen drei Geschäften ist Musikkompetenz auf vielfache Weise zu Hause. Es sind Menschen, die mit Leidenschaft ihr Geschäft betreiben, Musik lieben, Meinungen haben und auch mal klar Position beziehen. Durchaus gegen den Geschmack der Masse oder des einzelnen Kunden. Wie steht es bei Bongartz:

„Scheuklappen sind uns fremd, lieber geben wir Musik ihre Wertigkeit und ihre Emotionalität zurück.“

Tipp: Freitag ist Musiktag

Wer Anregungen sucht, sollte den Newsletter bei „Bongartz“ bestellen. „Freitag ist Musiktag“ wartet mit immer anregenden Empfehlungen aus allen Bereichen der Musik auf. Musik, die überrascht, Interpreten, die viele (noch) nicht kennen, Alben, die ungehobene Schätze sind. Wie Zambidoose“ von The Gene Dudley Group. Viel Vergnügen.

Konzerte im Schlossgarten Erlangen

Konzerte unter freiem Himmel

Immer wieder sonntags … Manche gehen in die Kirche, andere zum Frühschoppen. In Erlangen trifft man sich im Schlossgarten der Stadt. Denn wie schon vor 39 Jahren finden in den Sommermonaten von Mai bis Anfang August die Schlossgartenkonzerte statt. Unter freiem Himmel kann man Jazz, Klassik, Klezmer oder auch Vokalensembles hören. Junge Familien oder Pärchen auf Decken liegend, Veteranen auf Klapp- und Campinstühlen, Frühaufsteher auf den vorbereiteten Stuhlreihen vor der Bühne.  Früher fanden die Konzerte vor der Orangerie, heuer wieder vor dem Schloss statt. Die Kulisse ist lauschig – auch wenn das Schloss in diesem Jahr ein Baugerüst trägt.

Die Wolken tanzen

Gegen 11.00 Uhr vormittags klingen die Instrumente. Dann gesellt sich die Musik zu dem Wind in den Blättern, vermischen sich die Töne mit den Farben der Blumen und Blüten, tanzen die Wolken im Rhythmus. Unter einem Magnolienbaum liegen, die Augen schließen und seine Gedanken frei lassen, am Brunnen sitzen und dem Saxophonisten zuhoeren, Kinder beobachten, die zur Musik tanzen und spielen, das Pärchen, welches aneinander gelehnt auf Reisen geht … Gut eine Stunde dauern die Konzerte und jeder findet im Schlossgarten seinen Platz. Es sind Auszeiten der kleinen, sympathischen Art. Manch einer läutet damit auch ein spätes Frühstück ein. Die Schlossgartenkonzerte sind zwanglos und nach wie vor ein Geheimtipp. Nicht überlaufen, sondern intim. Kein Event mit Verkaufsbuden und Marktständen, aufdringlichen Bierbänken und Bratwurstgrillen. Und das ist auch gut so. Wie schreibt Anke Steinert-Neuwirth, die Leiterin des Kulturamtes der Stadt Erlangen im Grußwort der Programmbroschüre: „In der Sonne sitzen, auf der Decke liegen, die Augen schließen und einfach nur zuhören – genießen Sie mit Ihrer Familie und Ihren Freunden die Erlanger Schlossgartenkonzerte 2015!“ Genießen, zuhören, entspannen, träumen – darum geht es. Nicht um Eventkultur. Und das ist weiterhin „umsonst und draußen“ dank der Sponsoren möglich.

Konzerte: von Jazz über Klezmer bis Klassik

In diesem Jahr eröffnet das Thomas Fink Quartett die Konzertreihe (11. Mai). Danach interpretiert Schmitts Katze Klezmer-Musik und jüdische Lieder (24. Mai).  Es folgen Konzerte mit den Bamberger Bachsolisten (31. Mai), mit Double Drums (14. Juni) und der Groovemaker BigBand (21. Juni). Am 12. Juli steht dann wieder etwas Besonderes für Kinder und Familien auf dem Programm: „Das Alphorn Theo, der kluge Klaus und Santa Fee“ lädt zum szenisch-interaktiven Konzert. Mit Alpcologne wird das Alphorn zum Hör-Abenteuer, erwartet die jungen Zuhörer eine spannende Mischung von Liedern aus verschiedensten Kulturen und Stilrichtungen, bei denen Mitsingen und Mitmachen ausdrücklich erwünscht ist. Am 19. Juli folgt VerQuer. Das Flötenquartett interpretiert in ihrem Konzert Werke von Mozart bis Michael Jackson auf besondere Art. Den Abschluss bildet in diesem Jahr die Jazzsängerin Wiletta Carson & Band am 2. August. More than Jazz – Swing, Soul, Blues und Gospel können die Zuhörer genießen. Wir freuen uns darauf.

 

Thai Basilikum Garten

Thailändische Küche: frisch und unverfälscht

Nicht immer möchte man selber kochen. Dann ist Essen gehen angesagt. Marco und Paolo mit ihrem Esscafé oder der Japaner Hiro|Sakao im Röthelheimpark, das Gasthaus „Zur Ludwigshöhe“ in Adlitz oder das griechische Restaurant „Afroditi“ (Hallerhof) in Buckenhof sind dann für uns erste Wahl. So unterschiedlich die Küche auch ist – von italienisch bis fränkisch – überall fühlen wir uns gut aufgehoben. Wobei auch die Gepräche mit Paolo und Niko immer eine Bereicherung sind.

Thailändische Küche in Forchheim

Thailändisch haben wir ganz authentisch bei unseren Freunden Helmut und Noi kennengelernt. Sate Gai im Thai BasilikumBei Geburtstagsfeiern oder auch zwischendurch. Kokossuppe, Curry, Sate Gai … Und dann kam der Tag, an dem Noi ihren Traum vom eigenen Restaurant verwirklichte, ihre Leidenschaft zur Berufung wurde. Sie eröffnete das Thai Basilikum in der Fuchsenstraße in Forchheim. Und wer hier einmal essen war, weiß wie thailändische Küche schmecken kann: frisch, authentisch, unverfälscht. Eine leichte und gesunde Küche, man fühlt sich nie „voll“ oder „gestopft“, sondern zufrieden satt, ohne sich schwer zu fühlen. Die Grundlage ist das Prinzip von Nois Küche: Frische Zutaten, Gewürze und Kräuter – kein Glutamat, keine Geschmacksverstärker. Auch ihre Currys macht Noi noch selbst. Das Rezept ist ein Familiengeheimnis. Und das Frischeprinzip gilt für alle Gerichte. Sie werden nicht vorgekocht und einfach wieder aufgewärmt, sondern mit der Bestellung beginnt die Zubereitung. So kann es manchmal etwas länger dauern, aber Handarbeit kostet Zeit. Und enttäuscht wurden wir nie, egal wann und mit wem wir hier essen waren.

Im Garten sitzen und den Alltag vergessen

Wer im Sommer das Thai Basilikum besucht, sollte einen Tisch im Garten reservieren. Hier kann man im Pavillon oder unter großen Schirmen nicht nur das unvergleichliche Essen Der Garten vom Thai Basilikum in Fochheimgenießen, hier kann man sich auch ganz entspannt der einzigartigen Atmosphäre hingeben. Direkt an der Wiesent gelegen, im Schein vieler Kerzen, ist der Alltag im Garten des Thai Basilikums sehr weit weg. Probieren Sie es aus – aber reservieren Sie vorher einen Tisch, denn sonst müssen Sie unter Umständen sehr lange warten oder bekommen gar keinen Platz. Denn das Thai Basilikum ist längst über die Grenzen Forchheims hinaus bekannt für seine gute und exzellente Küche.

Sprung ins Kalte

Fasten für die Stille

Die Fastenzeit hat eine lange Tradition – und heute die verschiedensten Beweggründe. Manche machen es aus gesundheitlichen Aspekten, andere setzen damit ein Zeichen. Fasten gegen den Konsum, Fasten gegen den Terror, Fasten gegen den Lärm der Welt.

Fasten hat viele Gesichter

Fasten kommt immer mehr in Mode – und das ist auch gut so. Denn Fasten bedeutet auch sich der selbstverständlichen Dinge wieder bewusst werden. So machen manche Familien „Süßigkeitenfasten“ oder verweigern sich dem Auto, andere üben sich in „Social-Media-Fasten“ – ganz freiwillig. Diesem Gedanken möchten wir uns die nächsten sieben Wochen bis Ostern anschließen. Kein Post, kein Beitrag auf dieser Seite, sondern Ruhe.

Ferien vom Lärm

„Ob Auto- oder Flugzeuglärm, die musikalische Dauerberieselung in Einkaufszentren, der Klingel-Terror von Handys in den U-Bahnen und Bussen – die Lärmquellen in unserer Umgebung nehmen zu – Lärm wird immer mehr zum Stressfaktor.“ (www.br.de) Was tun? Abschalten, sich zurückziehen, nicht den Fernseher anschalten, wenn man nach Hause kommt. Schwieriger als gedacht, denn mit sich selbst kommen nur die Wenigsten aus. Deswegen ist es gut, wenn es Orte gibt, die uns einen Rückzug ermöglichen. Manchmal ein Innenhof um die Ecke, manchmal eine Lichtung im Wald. Oder auch Klöster und Kirchen.

Gärten der Stille

Philip Roderick, ein anglikanischen Priester in Oxford, entwickelte eine besondere Idee – Gärten der Stille. Es sind Rückzugsorte, die durch ihre natürliche Schönheit bewusst für Besinnung und Einsamkeit gewählt wurden. Oft sind diese Gärten, von privaten Gärten abgesehen, an Institutionen wie Kirchen oder Schulen, aber auch Gefängnisse oder Krankenhäuser gebunden – und trotzdem zeitweise für die Öffentlichkeit zugänglich. Die „Quiet Garden Movement“ wendet sich an alle, die nach ganzheitlicher Erfahrung und innerer Stille suchen. Philip Roderick über seine Beweggründe: „It began in South Wales when Philip, about 14 years old at the time, was on holiday with his family. He went for an evening walk alone up the cliff path and was suddenly aware of a different reality, a depth to things of which he had previously been unaware. This experience lasted for about half an hour. Afterwards he returned to his family, outwardly the same, but inwardly transformed. He later found out that it was the site of a monastic settlement.“

Wagen wir also den Sprung und versuchen uns an der Stille, entdecken wir das Besondere im Alltag. Wir freuen uns darauf.

Fairy Gecko – Helping Bags

Gesehen haben wir die Taschen aus „alten“ Zement- und Fischmehlsäcken schon öfters. Sie fallen einfach auf aufgrund ihres farbenfrohen Designs. Überrascht waren wir dann aber doch, als wir sie bei El-Puente gefunden und die Geschichte zu den Taschen von Dagmar, der Inhaberin von El Puente, gehört haben.

Fairy Gecko – ein Projekt, eine Entscheidung

Fairy-Gecko-Taschen-VielfaltDie Geschichte von Fairy Gecko beginnt 2012, als Ortrun Gretzer auf einer zweijährigen Asienreise in Kambodscha diese bunten, recycelten Taschen sah. Sie war begeistert und hatte schnell die Idee, diese handgefertigten Unikate auch in Deutschland einzuführen. 2013 machte sie sich wieder auf den Weg nach Phnom Penh, blieb sechs Monate und lernte zahlreiche Projekte und Kleinbetriebe kennen. In Kambodscha allerdings sind die Arbeitsbedingungen ausgesprochen schlecht, das Land gehört zu den ärmsten der Welt. Machthungrige und korrupte Politiker beuteten und beuten noch heute die Bevölkerung aus. Und die großen Textlifirmen profitieren von Arbeitskräften, inbesondere Frauen, die kaum geschützt bei schlechten Bedingungen arbeiten müssen. Hier wollte Ortrun Gretzer nicht mitmachen. Sie setzt auf kleine Betriebe, fair produzierende Unternehmensprojekte.

Fair, menschlich, verantwortungsvoll

Heute arbeitet Fairy Gecko mit verschiedenen Unternehmen zusammen.

„Allen gemeinsam ist, dass die Näherinnen einen garantierten Mindestlohn erhalten, bei jeder Auftragslage. Danach werden sie nach Stückzahl bezahlt. Ebenso erhalten siebereits während ihrer Schulung (3 – 6 Monate) einen Lohn (was in den großen Fabriken ebenfalls nicht gegeben ist). Bei Krankheit werden sie nicht – wie üblich – entlassen, sondern bekommen eine medizinische Unterstützung. Alleinerziehenden Frauen (ein weitverbreitetes Problem in Kambodscha) wird ermöglicht zu Hause zu nähen, so dass sie den Lebensunterhalt für die Familie erwirtschaften können, ohne dass sie oder ihre Kinder in die Prostitution gezwungen werden.“ (www.fairy-gecko.de)

fairy-gecko-BagUnd noch eine Besonderheit zeichnet die Unternehmen aus, mit denen Ortrun Gretzer zusammenarbeitet. Sie kooperieren mit Behinderten, von denen es viele in Kambodscha aufgrund der immer noch vielerorts vorhandenen Landminen, der vielen Poliofälle und der hohen Unfalldichte im Verkehr gibt.

Recycling-Taschen – für jeden Zweck und viele Anforderungen

Das Programm von Fairy Gecko ist vielseitig – es gibt Shopper und Strandtaschen, Umhängetaschen, Rucksäcke und Tablethüllen, Sport-,  Kosmetik- und Laptoptaschen, Smartphonehüllen, Flaschenträger und vieles mehr. Farbenfroh, ausgesprochen stabil und wasserfest sind die Taschen und Hüllen – kein Wunder, werden die Taschen doch aus recycelten Fisch-, Zement- und Reissäcken hergestellt, ein robust gewebtes Kunststoffmaterial. Uns haben die Taschen auf Anhieb gefallen. Entschieden haben wir uns für die „faltbare Einkaufstasche„, die man mit einem Reißverschluss rundherum verschließen kann. „So ist sie ordentlich verstaut und ein ideales Utensil fürs Auto und die Spontaneinkäufe.“

Mehr über Fairy Gecko gibt es auf der Website. Hier ist auch ein Shop – man bekommt ausgewählte Stücke aber wie gesagt auch bei El Puente, manchmal auch auf Märkten. Viel Spaß mit den Taschen.

 

Glühwein Heißer Hirsch

Heißer Hirsch – der Glühwein der anderen Art

Ok, die Zeit der Weihnachtsmärkte ist fast vorbei, und kalt ist es auch noch nicht wirklich. Dennoch ist Glühwein das Getränk der Stunde – auch wenn die Konkurrenz durch die Wintervarianten von Aperol Sprizz & Co nicht klein ist.

Den würzigen Glühwein mit dem unverwechselbaren Duft kannten schon die alten Griechen. Im Prinzip, denn sie würzten nur ihre Weine, um sie genießbar zu machen. Als Geburtshelfer des richtigen Glühweins gelten die Römer.

Die Römer kamen und siegten

Sie versetzten Wein mit Gewürzen, um dessen Haltbarkeit zu verlängern und natürlich auch den Geschmack des sauren Weines zu verbessern. Sie „veredelten“ den Wein mit verschiedenen Gewürzen wie Nelken, Zimt, Lorbeer, Koriander, Thymian, Muskat, Macis und Piment. Das war kein preiswertes Vergnügen, denn Gewürze waren teuer und so blieb dieser Weingenuss der Oberschicht vorbehalten.

Wein wird verfeinert

Auch im Mittelalter kannte man Glühwein, trank ihn allerdings kalt. Hier stand ebenso der Wunsch den sauren Wein zu veredeln im Vordergrund. Die Autoren von „Deutschen Wein.deschreiben:

Im Mittelalter wurden die mit Gewürzen veredelten Weine kalt getrunken. Hippocras und Clairet ähnelten im Geschmack bereits dem heutigen Glühwein. Um dem Wein den sauren Geschmack zu nehmen, wurde dem Wein Honig zugesetzt. Der Zucker im Honig verbesserte jedoch nicht nur den Geschmack des Weines, sondern verlängerte auch dessen Haltbarkeit. Im Mittelalter galt der gewürzte Wein auch als Allheilmittel. Heute weiß man, dass der Grund für die positive Wirkung des Glühweins die ätherischen Öle der enthaltenen Gewürze sind. Nelken beispielsweise wirken verdauungsfördernd und antibakteriell. Zimt kurbelt die Verdauung an, wirkt gegen Völlegefühl und stärkt das Immunsystem. Eine aphrodisierende Wirkung wird dem Zimt ebenfalls nachgesagt. Kardamom wirkt appetitanregend und die ätherischen Öle der Gewürze sorgen für gute Stimmung und Glücksgefühle.

„Heißer Hirsch“ hat Suchtpotential ohne Nebenwirkung

heisser_hirsch-flascheMan muss schon lange suchen, damit Glühweintrinken ein Vergnügen bleibt. Und nicht alles ist wirklich bekömmlich. Eine Ausnahme, die wir kürzlich bei „ebl“ und „Vier Jahreszeiten“ in Erlangen entdeckten,  ist der Bio-Glühwein „Heißer Hirsch“. Nicht nur die Aufmachung gefällt, auch der Ton macht Laune. „Und ist die Landschaft kalt und weiß, lad’ Freunde ein und mach mich heiß… “ heißt es auf der Website und dieser Einladung sind wir gerne gefolgt (auch ohne weiße Landschaft). Und er schmeckt mindestens so gut wie er aussieht. Grundlage ist ein dunkelroter, fruchtig-kräftiger Bio-Merlotwein, der mit hochwertigen und 100 % natürlichen Bio-Gewürzextrakten verfeinert wird. Die Aromen aus Zimt, Nelken, Sternanis, Piment, Koriander, Orange und Zitrone verschmelzen mit Wein und Bio-Zucker zu einer Verbindung mit Suchtpotential – lecker!

Heißer Hirsch – bio, natürlich, schön und ein stimmiges Ganzes

Dass Glühwein nicht nur eine Flasche mit Etikett sein muss, sondern auch Unterhaltungswert besitzen kann, zeigen die Macher, die ACHT GRAD Plus GmbH aus Heilbronn. Die Jungunternehmer haben schon die Weinschorle neu interpretiert und machen sich nun auf, den Glühweinmarkt aufzumischen. Das zeigt auch die Website vom „heißen Hirschen“. Sie  ist unterhaltsam und anregend gemacht, bunt und anders. Die kleinen Geschichten rund um sein Revier, seine Familie und seinen Stammbaum sind nett zu lesen und zeigen die Liebe der Macher in ihr Produkt.  Besonders die Tipps haben es uns angetan, hier eine Kostprobe: Und bist du unzufrieden mit der Masse, dann reiß mich auf, denn ich hab’ Klasse…

Wer also auf Glühwein steht, sollte „Heißer Hirsch“ probieren, „denn das Leben ist zu kurz, um schlechten Glühwein zu trinken …“

In aller Munde

DIY

Wer sich fragt für was nun diese Abkürzung steht, der ist noch nicht im Selbst-Mach-Modus oder eben „Do-It-Yourself“-Leben angekommen. DIY ist mega-in. Ob nun junge Mütter Baby-Strampler mit Applikationen verzieren, Cranberries auf Draht als Weihnachtsdekoration aufgefädelt werden oder ältere Damen auf Weihnachtsbasaren selbstgestrickte Socken anbieten, all diese Sachen sind handgemacht und damit ein DIY. Es wird wieder gestrickt, gehäkelt – oh ja, Granny Squares liegen voll im Trend und jeder zweite Mensch in unserer Stadt, ob groß oder klein, trägt eine My Boshi Mütze – gefilzt, gebraut, eingemacht, eingelegt, geknetet, gebastelt, genäht, geupcycelt.

Erzeugermärkte

ApfelweinkontorVor zwei Wochen besuchte ich in Frankfurt den „Markt im Hof„, einen kleinen Erzeugermarkt, der neben selbstgemachten Marmeladen und Chutneys oder hervorragendem Apfelwein mit wunderschönen Flaschenlabels auch selbstgemachte kulinarische Genüsse wie indisches Fingerfood, New Yorker Cheesecake oder bretonische Karamellcrepes bietet.

Markt für Handgemachtes

Letztes Wochenende fand in Fürth der Markt für Handgemachtes, Design und Kunst, kurz Oscar.Selbstgemacht statt. DIY satt – Ohrringe aus lackierten Papiertüten, Flachfrauen, die Wegzehrung Richtung Ponyhof, besonders geeignet für Frauen, die schön(er) trinken wollen, kunterbuntes Allerlei aus heimischen Werk- und Wirkstätten.
Mit Andrea Träger aus Erlangen, die Köstlichkeiten aus dem Glas anbietet, schwätzten wir ein bisschen länger. Ihre kleine Manufaktur „In aller Munde“ bietet feinste handgerührte Fruchtaufstriche, Konfitüren, Früchte-Mus, Sirup, Frucht-Konfekt, Likör, Pesto&Essig aus regionalem Obst und Gemüse an.  Naturbelassen, selbstgepflückt bei befreundeten Hobby-Gärtnern oder von unseren schönen fränkischen Streuobstwiesen. Hergestellt mit Herz von Hand am heimischen Herd. Die Auswahl fiel schwer und wir konnten uns nicht durch alle Köstlichkeiten durchprobieren. Am Ende fiel unsere Wahl auf einen Quittenlikör und einen Quittensenf.

DIY

Marmelade mache ich schon lange selber ein, denn mal ehrlich …. keine schmeckt so gut wie selbstgekochte. Dieses Jahr war sogar Apfelmus dran. Aus Basteln mit Tonpapier und Window-Colours bin ich rausgewachsen. Aber es gibt so viele Herausforderungen von Dingen, die selbst gemacht werden wollen. Dazu demnächst mehr.Do it yourself

 

Winterkiosk

Winterkiosk: nachhaltig und regional schenken.

Dieser Trend ist kein Trend mehr – überall in unserer Region gibt es Märkte rund um das nachhaltige, regionale, bewusste und handgemachte Schenken. Ob Oscar.Selbstgemacht in Fürth (Kulturforum), Fingerhood in Erlangen (E-Werk) oder der Winterkiosk in Nürnberg (Künstlerhaus), diese Märkte bieten wunderbare Anregungen und Ideen für Geschenke, die anders sind. Sie bieten aber auch Anregungen für ein anderes Denken und einen bewussteren Umgang mit Rohstoffen.

Der Winterkiosk in Nürnberg

Nach Oscar und Fingerhood folgt am kommenden Wochenende der Winterkiosk (13. und 14. Dezember, direkt gegenüber vom Hauptbahnhof im Künstlerhaus). Er ist seit 2007 am Start und setzte schon damals ein Zeichen. Katharina und Joana Winter wollten einen anderen Weihnachtsmarkt, entstaubt, alternativ, kreativ und ideenreich. Das ist ihnen bis heute gelungen. Hier gibt es regionale, faire, recycelte, nachhaltige und handgemachte Produkte.

Die Liste der Aussteller ist bunt gewürfelt (über 100) und alle verbindet der Gedanke etwas Besonderes, Einzigartiges herzustellen, ihrer Phantasie keine Grenzen zu geben. So fertigt zum Beispiel FRONI aus gebrauchten Frotteehandtüchern und getragener Babykleidung neue, einzigartige Liebhaberstücke, zeigt die KARTENKÜCHE hübsch illustrierte Karten mit Lieblings- und Geheimrezepten, gibt es handgefertigte Seifen bei OCÉANA oder individuelle Mode bei STATEMENT.

Mit-Machen ist angesagt

Neben dem Stöbern laden Workshops und Mitmach-Aktionen jeden ein, sein eigenes kreatives Potential zu entdecken. Zudem erwarten die Besucher im Keller des Künstlerhauses die „Offenen Werkstätten“ mit Live-Siebdruck, Schreinerei, Keramik und anderem mehr. Vielleicht ist man dann ja im nächsten Jahr nicht mehr nur Besucher, sondern Aussteller.

Regional, kreativ und nachhaltig

„Denken beim Schenken“, so lautet das Motto des Winterkiosk. Und im Mittelpunkt stehen wieder: „Viel Spaß, kreative Ideen, gesundes Essen, gute Musik, faire und umweltschonende Produktionsprozesse, Design mit Hand & Herz — von und für Menschen aus der Region.“ Wer also am 3. Adventswochenende noch nichts vor hat, sollte den Winterkiosk besuchen und sich dort „anregen“ lassen. Weitere Informationen unter www.winterkiosk.de. Viel Spaß und noch eine schöne Adventszeit.

(c) Bild Daria Diehl, www.winterkiosk.de

Positiv die Welt verändern.

Es gibt viele Initiativen zum Thema Wasser. Darunter Viva con Agua aus St. Pauli, gegründet von Benjamin Adrion, Ex-FC St. Pauli-Spieler. Viva con Agua (VcA) ist eine sinnstiftende Gemeinschaft, die mit Freude die Welt positiv verändert. Ein Netzwerk von Menschen und Organisationen, das sich für einen menschenwürdigen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung einsetzt.

Mit Spaß und sozialem Engagement die Welt verändern.

VcA versteht sich als offenes Netzwerk, das vorwiegend von individueller Initiative
und Mitwirkung der über 6.000 aktiven Supporter in ganz Deutschland und  Europa lebt. Mit vielen Aktionen und ebenso viel Spaß begeistern wir Menschen für soziales Engagement und sammeln Spenden!

3 Millionen Euro für WASH

Viva con Agua unterstützt seit 2005 durch professionelles Fundraising  verschiedene Projekte der Welthungerhilfe mit dem Schwerpunkt ‚WASH‘ (Wasser, Sanitär, Hygiene) und hat seitdem über 3 Millionen Euro gespendet.

Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. behält von allen eingenommen Projektspenden 15% für die satzungsgemäße Vereinsarbeit und nur 6% für die Administration des Vereins. Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in  Deutschland, die seit 1962 Projekte professionell und nachhaltig realisiert. Die Welthungerhilfe leistet Hilfe aus einer Hand: Von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungshilfe mit einheimischen Partnerorganisationen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe.

Partnerschaft mit der Welthungerhilfe

Seit der Gründung im Jahr 1962 wurden mehr als 7.100 Projekte in 70 Ländern  mit 2,52 Milliarden Euro gefördert – für eine Welt ohne Hunger und Armut.  Die exklusive Partnerschaft wird flankiert von innovativen und öffentlichkeitsstarken Spendenaktionen und Bildungsangeboten, die Spaß machen.

Mittlerweile haben über 100.000 Kinder und Jugendliche an Viva con Agua-Bildungsprojekten partizipiert. Dank der Spenden von Viva con Agua konnten die Lebensbedingungen von mehr als 300.000 Menschen weltweit nachhaltig verbessert werden: Beispielsweise durch Wasserspender auf Kuba, Tiefbohrbrunnen und sanitäre Anlagen in Äthiopien, Quelleinfassungen in Ruanda, Trinkwasserverteilungssysteme in Ecuador, Brunnen und Latrinen in Kambodscha oder  Regenwasser-Auffangsysteme in Kenia und Haiti.

Spendenkonto Viva con Agua:
Hamburger Sparkasse | BLZ: 200 505 50 | Konto: 12 68 135 181

Wer nicht nur einmalig spenden will, kann VcA auch als Fördermitglied unterstützen. Weitere Informationen gibt es hier.

(Quelle www.vivaconagua.org, Foto (c) John Broemstrup)

Das Räuchermännchen räuchert

Es räuchert wieder.

Spätestens mit dem 1. Advent räuchert es wieder, unser Räuchermännchen. Es hat schon einige Jahre auf dem Buckel und hat die Zeit fast unbeschadet überstanden. Damals haben wir es  im Bayerischen Wald erstanden, eine schöne Holzarbeit, die jedes Jahr nostalgische Erinnerungen und Bilder hervorruft. Und wenn draußen Schnee liegt ist die Atmosphäre perfekt. Fehlt nur noch der knisternde Kamin. Solange bis wir diesen noch nicht haben, muss das Räuchermännchen noch räuchern.

Seit 1820 räuchert es!

Raachermannel heißt das Räuchermännchen im Erzgebirge – und dort wurde es, so erzählt man sich, im Jahre 1820 von den Spielzeugmachern erfunden.. Und seitdem ist es fester Bestandteil der Weihnachtszeit und nimmt Räucherkegel aller Duftrichtungen auf. Wir nehmen die von  KNOX. Auch Sie kommen aus dem Erzgebirge und werden dort seit 1865 in Familien-Tradition hergestellt. Damals gründete der Apotheker Hermann Zwetz die heute älteste Räuchermittelfabrik Deutschlands und wohl auch Europas. Heute wird das Unternehmen von Marion Koch geleitet und beschäftigt 8-12 Mitarbeiter in Mohorn-Grund (in der Nähe von Dresden).  Die Geschichte der Räucherkerzen kann man hier in einem kleinem Museum nacherleben. Und wer nicht weiß, welche Räucherkerzen er zu welchem Anlass nehmen soll, kann mit dem Räucherkerzenberater den richtigen finden. Viel Spaß dabei – und schönen 1. Advent.