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Die Ein-Dollar-Brille

Die Ein Dollar Brille

Die Ein-Dollar-Brille ist eine Revolution. Keine technische, keine medizinische, eine menschliche. Angefangen hatte alles im Jahre 2010. Martin Aufmuth, Mathematik- und Physiklehrer aus Erlangen, baute den Prototypen seiner einfachen Optikermaschine. In einem hellen Holzwürfel mit 30 Zentimetern Kantenlänge befindet sich eine Biegemaschine, in der ein Federstahldraht in kurzer Zeit zu Brillen für Kinder und Erwachsene, Dick- und Dünnnasige, Große und Kleine gebogen werden kann. Eine Universalbrille. Aber warum eine Brille?

Die Brille als Chance zur Teilhabe

„Laut einer Studie der WHO bräuchten mehr als 150 Mio. Menschen eine Brille, können sich aber keine leisten. Diese Menschen können nicht arbeiten, Kinder und Jugendliche können nichts lernen. Der dadurch entstehende Einkommensverlust wird auf rund 120 Mrd. US-Dollar pro Jahr geschätzt. Das entspricht in etwa dem Betrag, der jedes Jahr weltweit in Entwicklungshilfe investiert wird!“ (Quelle: www.eindollarbrille.de)

So ist die Ein-Dollar-Brille für viele Menschen in Entwicklungsländern eine Chance auf Teilhabe, Bildung und die Ausübung eines Berufs. Die Ein-Dollar-Brille besteht aus einem sehr leichten, flexiblen und stabilen Federstahlrahmen und vorgeschliffenen Gläsern aus Polycarbonat. Die Materialkosten, inklusive Gläser, liegen bei rund 1 US-Dollar. Verkauft wird sie für zwei bis drei ortsübliche Tageslöhne. Damit ist die Ein-Dollar-Brille bezahlbar – auch für sehr arme Menschen.

Aber nicht nur das: Durch die von Martin Aufmuth und seinem Team entwickelte sehr einfache, kompakte und stabile Optikermaschine (Biegemaschine), können sich Menschen in den Entwicklungsländern Existenzen aufbauen. An ihr können von sechs Personen bis zu 50.000 Brillen pro Jahr hergestellt werden – für Kinder, Erwachsene, Menschen mit großem Augenabstand, Menschen mit kleinem Augenstand. Natürlich sind das keine Designerbrillen, obwohl sie durch ihre klare Linienführung und den einfachen Aufbau, auf Wunsch mit kleinen individuellen Verzierungen, das Zeug zum Klassiker hätten. Und was ist mit den Brillengläsern? Diese werden als Art Baukasten mitgeliefert. Sie bestehen aus Polykarbonat mit kratzfester, gehärteter Oberfläche. In dem Kasten befinden sich 25 verschiedene Gläserstärken von -6,0 bis +6,0 Dioptrien in Schritten von 0,5 Dioptrien für bis zu 500 Brillen, auf teure Schleifmaschinen und elektrischer Strom kann verzichtet werden – der Optiker kann somit überall seinen Arbeitsplatz aufschlagen und Brillen für seine Kunden herstellen. Eine Maschine kostet 2.500 Euro, inklusive Draht und Linsen. Diese werden vom Verein an die Werkstätten verliehen, denn ein Kredit würde die Leute ruinieren.

Ausgezeichnete Idee

Die Ein-Dollar-Brille wurde am 12. November 2015 in San Jose, Kalifornien (USA) mit dem weltweit renommierten Tech Award ausgezeichnet. Die Ein-Dollar-Brille erhielt den Preis für das Konzept zum Aufbau eigenständiger und finanziell unabhängiger Strukturen einer augenoptischen Grundversorgung von Menschen in Entwicklungsländern. Zusammen mit dem 1. Preis beim „empowering people Award“ der Siemens Stiftung im Jahre 2013 hat die Ein-Dollar-Brille damit schon zwei große internationale Auszeichnungen erhalten.

Ohne Unterstützung geht nichts

Rund 150 Ehrenamtliche engagieren sich inzwischen für die Ein-Dollar-Brille. Dazu kommen derzeit rund 4.000 Menschen, die die Vision mit Spenden oder Werbung unterstützen. Ohne sie wäre die Arbeit gar nicht möglich, wäre die Idee der Ein-Dollar-Brille gar nicht umzusetzen. So wie in Burkina Faso:

„Unser Team in Burkina Faso hat im Oktober seine 10.000ste Brille verkauft. Zehntausend verkaufte Brillen in einem einzigen Land sind ein großer Meilenstein für die EinDollarBrille und ein Beweis, dass unser Konzept funktioniert. In Burkina Faso arbeiten derzeit 25 Menschen, darunter auch Köperbehinderte, für die EinDollarBrille. Sie und ihre Familien leben alle vom Verkauf der Brillen. Partner vor Ort ist die von Katrin Rohde gegründete Organisation A.M.P.O. Die Brillen werden für rund 5 Euro verkauft – das entspricht 2-3 lokalen Tageslöhnen und ist auch für arme Menschen bezahlbar. Im Rahmen einer Partnerschaft mit der Siemens Stiftung werden wir nun ein zweites Team in der Stadt Kaya aufbauen.“ (aus dem aktuellen Newsletter des Vereins)

Auch Sie können spenden:

Spendenkonto EinDollarBrille e.V.
Sparkasse Erlangen
IBAN: DE56 7635 0000 0060 0444 15
BIC: BYLADEM1ERH

EinDollarBrille e.V., Martin Aufmuth, Böhmlach 22, 91058 Erlangen

Bild © Martin Aufmuth

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