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Kürbis – mehr als nur Halloween

Nockerl aus Kürbis mit Salbesahne

Der Kürbis gehört zu den ältesten und vielseitigsten Nutz- und Kulturpflanzen der Welt. Seit etwa 10.000 Jahren wird der Speisekürbis zu den Grundnahrungsmitteln der indigenen Bevölkerung in Mittel- und Südamerika gezählt. Seit dem 16. Jahrhundert ist der Kürbis auch in Europa und Asien bekannt. Sein heutiger Name entwickelte sich im Laufe der Zeit aus dem lateinischen Wort „curcubita“, das im Althochdeutschen mit Weglassen der ersten Silbe zum Wort Kurbitz und später zu „Kürbis“ wurde. Lange Zeit wurde die Vielfältigkeit des Kürbisses in Deutschland nicht erkannt. Er wurde lediglich als Viehfutter oder zur Ölgewinnung genutzt. Doch in den letzten Jahren ist der Kürbis auch als Speisegemüse in den Küchen dieses Landes immer beliebter geworden. Wobei der Kürbis im botanischen Sinne eigentlich eine Beere ist. Da seine Außenschicht hart ist, wird der Kürbis auch oft als „Panzerbeere“ bezeichnet.

Vielfalt bei den Arten als auch bei der Zubereitung

Heutzutage existieren in etwa 800 verschiedene Kürbissorten. Nicht alle sind genießbar, aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind sehr kalorienarm und gesund. Auf 100 g Kürbisfleisch kommen in der Regel 23-27 Kalorien. Desweiteren besitzen sie viele wertvolle Nährstoffe, wie z.B. Beta-Karotin, Vitamin C und E, Magnesium, Eisen, Kalzium und Kalium. Zubereiten kann man den Kürbis nahezu auf jede erdenkliche Art und Weise: Von der Suppe, über den Auflauf bis hin zum Dessert sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Die beliebtesten Kürbissorten

Zu den beliebtesten Kürbissorten gehören in Deutschland der Hokkaido und der Butternut-Kürbis. Das Fruchtfleisch vom Hokkaido ist orangefarben und hat einen milden, nussigen Geschmack. Er harmoniert sehr gut mit Chili oder Ingwer. Gerne wird er für Suppen verwendet. Seine dünne Haut kann mitgegessen werden. Ein weiterer Dauerbrenner ist der Butternut-Kürbis. Er wird aufgrund seiner Form auch als „Birnenkürbis“ bezeichnet. Diese Kürbissorte enthält viel Fruchtfleisch und wenig Kerne. Der Geschmack ist buttrig mit leichtem Nuss-Aroma. Auch seine Kerne sind essbar – entweder roh als Snack oder einfach kurz in der Pfanne angebraten.

Sowohl der Hokkaido, als auch der Butternut-Kürbis, sind aufgrund ihrer Größe perfekt für kleinere Haushalte. Übrigens: Der größte Kürbis der Welt wog laut Guinnessbuch der Rekorde 821.23 kg.

So, genug der Wort, hier Rezepte und Bilder (für etwa 4 Personen):

Der Klassiker: Die Kürbis-Möhrensuppe

Zutaten:

  • 400 g ausgelöstes Kürbisfleisch vom Hokkaido
  • 200 g Karotten
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Butter
  • 1 Prise Curry
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • 4 EL Crème fraîche
  • Salz und Pfeffer
  • Basilikum

Zubereitung:

KürbissuppeDas Kürbisfleisch auslösen und in Würfel schneiden. Karotten klein schneiden und die Zwiebel hacken. Anschließend die Zwiebel mit der Butter in einem Topf andünsten. Karotten, Kürbis und etwas Curry hinzugeben. Das Ganze etwas anschwitzen. Mit Gemüsebrühe ablöschen. Einige Blätter Basilikum klein schneiden und hinzugeben. Das Ganze pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kurz vor dem Servieren Crème fraîche unterrühren und ebenso einen kleinen Kleks als Deko auf den angerichteten Teller geben. Wer es gerne etwas schärfer mag, kann einfach ein paar Chilliflocken hinzugeben. Super dazu schmecken selbstgemachte Croûtons (Brot oder Toastwürfel in Butter oder Öl kross gebraten).

Der Italiener: Kürbis-Weißweinsoße zu Pasta

Zutaten:

  • 750 g Butternut-Kürbis
  • 3 kleine Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Becher Crème fraîche
  • 250 ml Weißwein, trocken
  • 50 ml Gemüsebrühe
  • 25 g Parmesan
  • 400 g Bandnudeln
  • Salz & Pfeffer
  • Zucker
  • Muskat
  • Basilikum

Zubereitung:

Kürbis-PastaKnoblauch und Zwiebeln klein schneiden und glasig andünsten. Butternut-Kürbis schälen, würfeln und hinzugeben. Mit Pfeffer und Zucker würzen. Wenn die Würfel noch fest sind, den Weißwein und die Gemüsebrühe hinzugießen. Weiter köcheln lassen, bis der Kürbis bissfest ist. Muskat, Salz und Crème fraîche zugeben und aufkochen lassen. Parmesan unterrühren und abschmecken. Falls die Soße zu dünn ist, noch einige Kürbiswürfel zerdrücken – so wird die Soße sämiger. Soße über die Nudeln geben und etwas Basilikum als Deko hinzugeben. Lecker.

Der Österreicher: Kürbisnockerl mit Salbeisahne

Zutaten:

  • 1 kg Kürbis, Muskat oder Butternut
  • 2 Eigelb
  • 300 g Mehl
  • Salz & Pfeffer aus der Mühle
  • Muskatnuss, frisch gerieben
  • 4 kleine Zweige Salbei
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Butter
  • 1/8 l Gemüsebrühe oder trockenen Weißwein
  • 150 g Sahne
  • 4 EL frisch geriebener Parmesan

Zubereitung:

Backofen auf 180 Grad einstellen (160 Grad bei Heißluft). Kürbis in größere Stücke schneiden, Kerne entfernen, ebenso das faserige Fruchtfleisch. Die Kürbisstücke auf ein Backblech oder in eine hitzebeständige Form legen und auf der mittleren Stufe ca. 1 Stunde backen. Dann sollte das Kürbisfleisch weich sein. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen, Fruchtfleisch von der Schale trennen und in einem Mixer sehr fein zerkleinern. Das Püree weiter auskühlen lassen, mit Eigelben und Mehl in eine Schüssel geben, gut mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und gründlich verrühren.

Jetzt einen großen Topf Wasser aufkochen, salzen. Salbei abbrausen, trockenschütteln, Blätter abzupfen und klein schneiden. Knoblauch schälen und auch ganz klein schneiden.

Nun die Nockerl zubereiten: Vom Teig mit einem Löffel kleine Nockerl abstechen und mit einem zweiten Löffel ins kochende Wasser schieben. Nockerl können durchaus länger ziehen, das macht nichts. Wenn alle Nockerl im Wasser sind, Temperatur reduzieren und offen ca. 10 Minuten ziehen lassen. In dieser Zeit die Sauce zubereiten. Butter in einem Topf zerlaufen lassen, Knoblauch und Salbei einrühren und andünsten. Mit Brühe oder Wein und Sahne aufgießen und bei starker Hitze einkochen lassen. Immer wieder durchrühren. Nun den Topf vom Herd nehmen und Käse einrühren, schmelzen lassen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Nockerl mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben und auf vorgewärmte, tiefe Teller geben (Teller im Ofen aufwärmen, der sollte noch genug Hitze vom Backvorgang haben). Nun noch Salbeisahne-Sauce darüber verteilen und genießen.

Das Rezept haben wir im empfehlenswerten Buch „Vegetarian Basics“ von Cornelia Schinharl und Sebastian Dickhaut gefunden (Verlag Gräfe und Unzer).

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