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Erlanger Markt Tomatenspezialist

Der Tomatenspezialist

Wir haben letztes Jahr schon einmal einen Bericht über unseren Markt in Erlangen geschrieben. Die Begeisterung ist ungebrochen. Gerade in den Monaten von Mai bis Oktober ist das Angebot umwerfend. An den Marktständen Obst und Gemüse der Saison und in der Regel aus der Region. Hier gibt es praktisch alles, was die Natur hervorbringt. Daneben bereichern Spezialitätenstände das Angebot. Von Oliven über Ziegenkäse oder Fisch bis zu Honig, leckeren Aufstrichen oder Brot aus der Steinmühle kann man hier alles kaufen, was das Herz begehrt. Dazu noch Blumen, Stauden und andere Gewächse für den Garten. Eine wirkliche Pracht.

Der Tomatenspezialist auf dem Erlanger Markt

Und für Entdeckungen ist der Erlanger Markt immer gut. Zum Beispiel Tomaten. Vor kurzem haben wir in einem Garten von Freunden die schwarze Tomate Black Krim entdeckt. Weiche Schale, süßer Kern und ein wunderbarer Geschmack. In den Super- und Biomärkten wurden Tomaten auf dem Marktwir nicht fündig. Selbst ziehen ist in diesem Jahr leider zu spät. Auf dem Markt entdeckten wir dann einen Marktstand mit einer unglaublichen Auswahl und einer echten Leidenschaft für die Tomate. Für uns der Tomatenspezialist.

Das Lieblingsgemüse von vielen gibt es hier in allen erdenklichen Farben – rot, gelb, dunkelgrün, violett, schwarz und gestreift – und  in allen erdenklichen Formen, von Johannisbeer- bis Kindskopfgröße. Geschmacklich reicht diese Vielfalt von mild-schmelzend über fruchtig-süß bis säuerlich-aromatisch. Beim Tomatenspezialisten vom Erlanger Markt erkennt man, wie eingeschränkt doch das Angebot im normalen Lebensmittelhandel ist und was wir alles versäumen. Anders auf dem Markt. Ein Vergnügen ist es, den Marktleuten zuzuhören, wenn sie die Vorzüge und Eigenheiten ihrer Tomaten erklären – zumeist in Eigenbau und, wir glauben es, mit viel Liebe gezüchtet. Wir waren begeistert und haben uns für Ananastomaten entschieden. Sie stammen eigentlich aus den USA und wurden dort von Gleckler´s Seedmen, Ohio, bekannt gemacht. Die gelb bis orangerot marmorierte Fleischtomate ähnelt aufgeschnitten einer Ananas mit feinen Streifen und roter Maserung. Der Geschmack ist fruchtig und süß, und anders als wir es vermutet hätten.

Das Tomatensugo – das Beste was Nudeln passieren kann

Diese Aussage allerdings gilt nur dann, wenn die Tomaten auch wirklich aromatisch sind. Wir haben es nicht mit den oben angesprochenen Ananastomaten probiert, sondern mit der Sorte Black Krim aus dem Garten unserer Freunde. Die Tomaten waren schon richtig reif, saftig und weich. Ein paar klein gehackte Zwiebeln und etwas Knoblauch (ebenfalls fein gehackt) im Topf mit Olivenöl leicht anbraten, die grob geschnittenen Tomaten, Thymian und andere Kräuter nach Geschmack dazu geben, und alles im Topf eine Zeit lang zugedeckt köcheln lassen. Ab und an mit dem Holzlöffel umrühren, mit Salz und Pfeffer würzen. Nach etwa 15 bis 20 Minuten ist das Sugo fertig (hängt aber immer davon ab, wie saftig und flüssig die Tomaten sind. Es kann auch länger dauern, bis das Sugo eingedickt ist). Unser Sugo war so lecker und schnell selbstgemacht, da kommt keine fertige Sauce oder gar Ketchup mit. Und das Vergnügen, etwas zu essen, was praktisch aus dem eigenen Garten kommt und man mit wenig Zeit selbst herstellen kann, ist eine schlicht tolle Erfahrung.

Kaugummi und Süßigkeiten-Automat

Kaugummiautomaten – das Glück des Zufalls.

Rot, kastig, mit vielen (heute würden wir sagen ungesunden) Leckereien – Kaugummis, Bonbons, manchmal kleine Überraschungen enthielten die Automaten damals. Einen Groschen (10 Pfennig, als Kind ein Vermögen) in den Kaugummiautomaten einwerfen und sich freuen. Schon das Drehen des Griffes war pure Verheißung und dann klapperte das Geheimnis durch die unsichtbaren Gänge in den Auswurfschacht. Klappe auf und nehmen. Das war schon eine Freude. Auch wenn es künstlich schmeckte, es waren Zufluchtsmomente. Und Eltern konnten ihren Kindern mit wenig Aufwand immer eine Freude machen. Ein paar Groschen für die Räuberbande und der Spaziergang war gerettet. Ein Gerangel, wer sein Geld zuerst einwerfen durfte. Manch einer versuchte auch zu errechnen, wann der nächste große Wurf kommen müsste, der rote Kaugummi oder das kleine Geschenk. Meist vergeblich. Es blieb Zufall und ein Geheimnis – wie das Leben oder die Liebe.

Heute gibt es Kaugummi- oder Süßigkeitenautomaten nur noch selten. Meist an Schulwegen, vornehmlich in der Nähe der Grundschulen. Hier stehen dann die Kinder immer noch vor den „Wunderkästen“ und ziehen ihr kleines Goodie auf dem Hin- oder Nachhauseweg. Die Kosten sind natürlich gestiegen – 20 bis 50 Cent müssen die Kleinen bereit halten. Dafür gibt es nicht nur Kaugummis, sondern Anhänger, Monstergummis oder Klebeschlangen. Das Richtige für langweilige Schulstunden. Man muss keine Technik bemühen, keine App herunterladen oder gar einen Ausweis zücken um das Glück des Zufalls zu genießen – einfach nur Kleingeld bereithalten, in den Schlitz des Kaugummiautomaten stecken und drehen, um dann mit der Beute in der Hand weiter zu laufen und gedankenverloren zu naschen oder mit den Freunden die Leckereien zu teilen, ehe sie in der Hand schmelzen.

 

Die Ein Dollar Brille

Die Ein-Dollar-Brille

Die Ein-Dollar-Brille ist eine Revolution. Keine technische, keine medizinische, eine menschliche. Angefangen hatte alles im Jahre 2010. Martin Aufmuth, Mathematik- und Physiklehrer aus Erlangen, baute den Prototypen seiner einfachen Optikermaschine. In einem hellen Holzwürfel mit 30 Zentimetern Kantenlänge befindet sich eine Biegemaschine, in der ein Federstahldraht in kurzer Zeit zu Brillen für Kinder und Erwachsene, Dick- und Dünnnasige, Große und Kleine gebogen werden kann. Eine Universalbrille. Aber warum eine Brille?

Die Brille als Chance zur Teilhabe

„Laut einer Studie der WHO bräuchten mehr als 150 Mio. Menschen eine Brille, können sich aber keine leisten. Diese Menschen können nicht arbeiten, Kinder und Jugendliche können nichts lernen. Der dadurch entstehende Einkommensverlust wird auf rund 120 Mrd. US-Dollar pro Jahr geschätzt. Das entspricht in etwa dem Betrag, der jedes Jahr weltweit in Entwicklungshilfe investiert wird!“ (Quelle: www.eindollarbrille.de)

So ist die Ein-Dollar-Brille für viele Menschen in Entwicklungsländern eine Chance auf Teilhabe, Bildung und die Ausübung eines Berufs. Die Ein-Dollar-Brille besteht aus einem sehr leichten, flexiblen und stabilen Federstahlrahmen und vorgeschliffenen Gläsern aus Polycarbonat. Die Materialkosten, inklusive Gläser, liegen bei rund 1 US-Dollar. Verkauft wird sie für zwei bis drei ortsübliche Tageslöhne. Damit ist die Ein-Dollar-Brille bezahlbar – auch für sehr arme Menschen.

Aber nicht nur das: Durch die von Martin Aufmuth und seinem Team entwickelte sehr einfache, kompakte und stabile Optikermaschine (Biegemaschine), können sich Menschen in den Entwicklungsländern Existenzen aufbauen. An ihr können von sechs Personen bis zu 50.000 Brillen pro Jahr hergestellt werden – für Kinder, Erwachsene, Menschen mit großem Augenabstand, Menschen mit kleinem Augenstand. Natürlich sind das keine Designerbrillen, obwohl sie durch ihre klare Linienführung und den einfachen Aufbau, auf Wunsch mit kleinen individuellen Verzierungen, das Zeug zum Klassiker hätten. Und was ist mit den Brillengläsern? Diese werden als Art Baukasten mitgeliefert. Sie bestehen aus Polykarbonat mit kratzfester, gehärteter Oberfläche. In dem Kasten befinden sich 25 verschiedene Gläserstärken von -6,0 bis +6,0 Dioptrien in Schritten von 0,5 Dioptrien für bis zu 500 Brillen, auf teure Schleifmaschinen und elektrischer Strom kann verzichtet werden – der Optiker kann somit überall seinen Arbeitsplatz aufschlagen und Brillen für seine Kunden herstellen. Eine Maschine kostet 2.500 Euro, inklusive Draht und Linsen. Diese werden vom Verein an die Werkstätten verliehen, denn ein Kredit würde die Leute ruinieren.

Ausgezeichnete Idee

Die Ein-Dollar-Brille wurde am 12. November 2015 in San Jose, Kalifornien (USA) mit dem weltweit renommierten Tech Award ausgezeichnet. Die Ein-Dollar-Brille erhielt den Preis für das Konzept zum Aufbau eigenständiger und finanziell unabhängiger Strukturen einer augenoptischen Grundversorgung von Menschen in Entwicklungsländern. Zusammen mit dem 1. Preis beim „empowering people Award“ der Siemens Stiftung im Jahre 2013 hat die Ein-Dollar-Brille damit schon zwei große internationale Auszeichnungen erhalten.

Ohne Unterstützung geht nichts

Rund 150 Ehrenamtliche engagieren sich inzwischen für die Ein-Dollar-Brille. Dazu kommen derzeit rund 4.000 Menschen, die die Vision mit Spenden oder Werbung unterstützen. Ohne sie wäre die Arbeit gar nicht möglich, wäre die Idee der Ein-Dollar-Brille gar nicht umzusetzen. So wie in Burkina Faso:

„Unser Team in Burkina Faso hat im Oktober seine 10.000ste Brille verkauft. Zehntausend verkaufte Brillen in einem einzigen Land sind ein großer Meilenstein für die EinDollarBrille und ein Beweis, dass unser Konzept funktioniert. In Burkina Faso arbeiten derzeit 25 Menschen, darunter auch Köperbehinderte, für die EinDollarBrille. Sie und ihre Familien leben alle vom Verkauf der Brillen. Partner vor Ort ist die von Katrin Rohde gegründete Organisation A.M.P.O. Die Brillen werden für rund 5 Euro verkauft – das entspricht 2-3 lokalen Tageslöhnen und ist auch für arme Menschen bezahlbar. Im Rahmen einer Partnerschaft mit der Siemens Stiftung werden wir nun ein zweites Team in der Stadt Kaya aufbauen.“ (aus dem aktuellen Newsletter des Vereins)

Auch Sie können spenden:

Spendenkonto EinDollarBrille e.V.
Sparkasse Erlangen
IBAN: DE56 7635 0000 0060 0444 15
BIC: BYLADEM1ERH

EinDollarBrille e.V., Martin Aufmuth, Böhmlach 22, 91058 Erlangen

Bild © Martin Aufmuth

Weihnachtsmuffins

Weihnachts-Muffins selbstgemacht

Weihnachtsgebäck – einfach, schnell und gut als Mitbringsel

Jedes Jahr wird in der Vorweihnachtszeit wieder gebacken, auch wenn man inzwischen an jeder Ecke Weihnachtsgebäck kaufen kann. Aber selbstgebacken schmeckt einfach besser. Allein der Duft aus dem eigenen Backofen, der nach dem Backen die ganze Wohnung erfüllt, macht den Aufwand lohnenswert. Plätzchen, Lebkuchen und Stollen genießen wir zum Adventskaffee mit der Familie oder unter Freunden. So versüßen wir uns die kalten, ungemütlichen Monate des Jahres.

Eine moderne Alternative zum traditionellen Weihnachtsgebäck sind Weihnachtsmuffins. Diese süßen Kleinigkeiten sind ganz unkompliziert und schnell gebacken. Außerdem eignen sich Muffins hervorragend als selbstgemachtes Geschenk. Eine individuelle Dekoration verleiht ihnen das gewisse Etwas.

Auch für Kinder ist dieses einfache Rezept geeignet, aber bitte nur unter Aufsicht einer erwachsenen Person backen lassen.

Muffin-Teig

Unser Rezept für Weihnachtsmuffins:

(Zutaten für ca. 20 Muffins, Muffinbackform aus Metall plus Papierförmchen oder Silikon werden benötigt)

Für den Teig:

  • 100 g Marzipanrohmasse
  • 60 g Butter
  • 3 Eier
  • 200 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 100 g gemahlene Haselnusskerne
  • 50 g gehackte Mandeln
  • 1-2 TL Lebkuchengewürz
  • 70 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 125 ml Glühwein (wenn Kinder mitessen, kann man den Glühwein ganz einfach durch Kinderpunsch ersetzen.)

Für die Verzierung:

  • Weißer Fondant
  • Speisefarben
  • 100 g Puderzucker
  • 1 TL Wasser
  • Zuckerperlen

Schritt 1:

Zunächst die Zutaten Mehl, Backpulver, Haselnüsse, Mandeln, Lebkuchengewürz, Zucker und Vanillezucker mischen.

Schritt 2:

In einer zweiten Schüssel das Marzipan zerbröckeln und mit der Butter und den Eiern verrühren.

Schritt 3:

Abwechselnd  immer etwas von der Mehlmischung aus Schritt 1 und ein bisschen Glühwein zur Marzipan-Butter-Eier-Masse dazugeben, bis ein glatter Teig entstanden ist.

Tipp: Nicht lange Rühren, nur kurz Vermengen!

Schritt 4:

Den Backofen auf 180° (Umluft 160°, Gas Stufe 3) vorheizen und die Mulden der Metallmuffinform mit Papierförmchen auslegen. Bei den Silikonformen werden keine Papierförmchen benötigt.

Schritt 5:

Den Teig drei Viertel hoch in die Förmchen einfüllen. Ab in den Backofen!

Die Muffins müssen jetzt ca. 20 min. backen.

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Schritt 6:

Den Fondant mit ein paar Tropfen der gewünschten Speisefarbe  gut verkneten, ausrollen und mit Plätzchenförmchen passende Motive ausstechen. Aus Puderzucker und Wasser einen glatten Guss herstellen. Wenn man möchte, kann man auch diesen mit etwas Speisefarbe einfärben.

Schritt 7:

Nicht vergessen die Muffins rechtzeitig aus dem Ofen zu holen!

Wenn sie abgekühlt sind, kann man sie mit dem Puderzuckerguss bestreichen und mit Fondant-Motiven oder bunten Zuckerperlen verzieren.

Tipp: Es sind auch alle anderen Möglichkeiten der Dekoration denkbar, wie beispielsweise Schokoladenglasur.

Fertig!

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Wir wünschen einen Guten Appetit!

Vielen Dank Anna-Maria Tonke für diesen Beitrag und die leckeren Muffins.

Nockerl aus Kürbis mit Salbesahne

Kürbis – mehr als nur Halloween

Der Kürbis gehört zu den ältesten und vielseitigsten Nutz- und Kulturpflanzen der Welt. Seit etwa 10.000 Jahren wird der Speisekürbis zu den Grundnahrungsmitteln der indigenen Bevölkerung in Mittel- und Südamerika gezählt. Seit dem 16. Jahrhundert ist der Kürbis auch in Europa und Asien bekannt. Sein heutiger Name entwickelte sich im Laufe der Zeit aus dem lateinischen Wort „curcubita“, das im Althochdeutschen mit Weglassen der ersten Silbe zum Wort Kurbitz und später zu „Kürbis“ wurde. Lange Zeit wurde die Vielfältigkeit des Kürbisses in Deutschland nicht erkannt. Er wurde lediglich als Viehfutter oder zur Ölgewinnung genutzt. Doch in den letzten Jahren ist der Kürbis auch als Speisegemüse in den Küchen dieses Landes immer beliebter geworden. Wobei der Kürbis im botanischen Sinne eigentlich eine Beere ist. Da seine Außenschicht hart ist, wird der Kürbis auch oft als „Panzerbeere“ bezeichnet.

Vielfalt bei den Arten als auch bei der Zubereitung

Heutzutage existieren in etwa 800 verschiedene Kürbissorten. Nicht alle sind genießbar, aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind sehr kalorienarm und gesund. Auf 100 g Kürbisfleisch kommen in der Regel 23-27 Kalorien. Desweiteren besitzen sie viele wertvolle Nährstoffe, wie z.B. Beta-Karotin, Vitamin C und E, Magnesium, Eisen, Kalzium und Kalium. Zubereiten kann man den Kürbis nahezu auf jede erdenkliche Art und Weise: Von der Suppe, über den Auflauf bis hin zum Dessert sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Die beliebtesten Kürbissorten

Zu den beliebtesten Kürbissorten gehören in Deutschland der Hokkaido und der Butternut-Kürbis. Das Fruchtfleisch vom Hokkaido ist orangefarben und hat einen milden, nussigen Geschmack. Er harmoniert sehr gut mit Chili oder Ingwer. Gerne wird er für Suppen verwendet. Seine dünne Haut kann mitgegessen werden. Ein weiterer Dauerbrenner ist der Butternut-Kürbis. Er wird aufgrund seiner Form auch als „Birnenkürbis“ bezeichnet. Diese Kürbissorte enthält viel Fruchtfleisch und wenig Kerne. Der Geschmack ist buttrig mit leichtem Nuss-Aroma. Auch seine Kerne sind essbar – entweder roh als Snack oder einfach kurz in der Pfanne angebraten.

Sowohl der Hokkaido, als auch der Butternut-Kürbis, sind aufgrund ihrer Größe perfekt für kleinere Haushalte. Übrigens: Der größte Kürbis der Welt wog laut Guinnessbuch der Rekorde 821.23 kg.

So, genug der Wort, hier Rezepte und Bilder (für etwa 4 Personen):

Der Klassiker: Die Kürbis-Möhrensuppe

Zutaten:

  • 400 g ausgelöstes Kürbisfleisch vom Hokkaido
  • 200 g Karotten
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Butter
  • 1 Prise Curry
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • 4 EL Crème fraîche
  • Salz und Pfeffer
  • Basilikum

Zubereitung:

KürbissuppeDas Kürbisfleisch auslösen und in Würfel schneiden. Karotten klein schneiden und die Zwiebel hacken. Anschließend die Zwiebel mit der Butter in einem Topf andünsten. Karotten, Kürbis und etwas Curry hinzugeben. Das Ganze etwas anschwitzen. Mit Gemüsebrühe ablöschen. Einige Blätter Basilikum klein schneiden und hinzugeben. Das Ganze pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kurz vor dem Servieren Crème fraîche unterrühren und ebenso einen kleinen Kleks als Deko auf den angerichteten Teller geben. Wer es gerne etwas schärfer mag, kann einfach ein paar Chilliflocken hinzugeben. Super dazu schmecken selbstgemachte Croûtons (Brot oder Toastwürfel in Butter oder Öl kross gebraten).

Der Italiener: Kürbis-Weißweinsoße zu Pasta

Zutaten:

  • 750 g Butternut-Kürbis
  • 3 kleine Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Becher Crème fraîche
  • 250 ml Weißwein, trocken
  • 50 ml Gemüsebrühe
  • 25 g Parmesan
  • 400 g Bandnudeln
  • Salz & Pfeffer
  • Zucker
  • Muskat
  • Basilikum

Zubereitung:

Kürbis-PastaKnoblauch und Zwiebeln klein schneiden und glasig andünsten. Butternut-Kürbis schälen, würfeln und hinzugeben. Mit Pfeffer und Zucker würzen. Wenn die Würfel noch fest sind, den Weißwein und die Gemüsebrühe hinzugießen. Weiter köcheln lassen, bis der Kürbis bissfest ist. Muskat, Salz und Crème fraîche zugeben und aufkochen lassen. Parmesan unterrühren und abschmecken. Falls die Soße zu dünn ist, noch einige Kürbiswürfel zerdrücken – so wird die Soße sämiger. Soße über die Nudeln geben und etwas Basilikum als Deko hinzugeben. Lecker.

Der Österreicher: Kürbisnockerl mit Salbeisahne

Zutaten:

  • 1 kg Kürbis, Muskat oder Butternut
  • 2 Eigelb
  • 300 g Mehl
  • Salz & Pfeffer aus der Mühle
  • Muskatnuss, frisch gerieben
  • 4 kleine Zweige Salbei
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Butter
  • 1/8 l Gemüsebrühe oder trockenen Weißwein
  • 150 g Sahne
  • 4 EL frisch geriebener Parmesan

Zubereitung:

Backofen auf 180 Grad einstellen (160 Grad bei Heißluft). Kürbis in größere Stücke schneiden, Kerne entfernen, ebenso das faserige Fruchtfleisch. Die Kürbisstücke auf ein Backblech oder in eine hitzebeständige Form legen und auf der mittleren Stufe ca. 1 Stunde backen. Dann sollte das Kürbisfleisch weich sein. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen, Fruchtfleisch von der Schale trennen und in einem Mixer sehr fein zerkleinern. Das Püree weiter auskühlen lassen, mit Eigelben und Mehl in eine Schüssel geben, gut mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und gründlich verrühren.

Jetzt einen großen Topf Wasser aufkochen, salzen. Salbei abbrausen, trockenschütteln, Blätter abzupfen und klein schneiden. Knoblauch schälen und auch ganz klein schneiden.

Nun die Nockerl zubereiten: Vom Teig mit einem Löffel kleine Nockerl abstechen und mit einem zweiten Löffel ins kochende Wasser schieben. Nockerl können durchaus länger ziehen, das macht nichts. Wenn alle Nockerl im Wasser sind, Temperatur reduzieren und offen ca. 10 Minuten ziehen lassen. In dieser Zeit die Sauce zubereiten. Butter in einem Topf zerlaufen lassen, Knoblauch und Salbei einrühren und andünsten. Mit Brühe oder Wein und Sahne aufgießen und bei starker Hitze einkochen lassen. Immer wieder durchrühren. Nun den Topf vom Herd nehmen und Käse einrühren, schmelzen lassen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Nockerl mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben und auf vorgewärmte, tiefe Teller geben (Teller im Ofen aufwärmen, der sollte noch genug Hitze vom Backvorgang haben). Nun noch Salbeisahne-Sauce darüber verteilen und genießen.

Das Rezept haben wir im empfehlenswerten Buch „Vegetarian Basics“ von Cornelia Schinharl und Sebastian Dickhaut gefunden (Verlag Gräfe und Unzer).

Franzbrötchen im Lorlebäck

Das Franzbrötchen in Erlangen

Franzbrötchen? Ja richtig gehört. Es gibt sogar einen eigenen Verlag und eine eigene Seite. Was aber hat es mit dem Franzbrötchen auf sich? Was ist das überhaupt, ein Franzbrötchen? Auf alle Fälle kein „normales“ Bäckerbrötchen. Es ist nicht salzig, gibt es nur ohne Mohn und Körner. Auch Dinkelmehl oder Vollkornmehl spielt in der Regel keine Rolle. Kurz: Es ist ein süßes Plundergebäck mit Zucker und Zimt. Kalorien zählen wir also lieber nicht.

Franzbrötchen in vielen Varianten

Das Franzbrötchen gibt es mit Rosinen, Streuseln, Marzipan, Mohn oder Schokostückchen. Auch eine vegane Variante haben wir im Netz gefunden. Es ist also durchaus vielfältig. Der Name, so die eine Mär, ist eine Reminiszenz an das Croissant, das durch die Truppen Napoleons nach Hamburg kam. Eine andere Mär erzählt von einem Hamburger Bäcker, der das Baguette, ebenfalls durch die Truppen Napoleons nach Hamburg gekommen, in einer Pfanne mit Fett angebraten und damit das Franzbrötchen erfunden hat. Aber eigentlich ist uns die Suche nach dem Ursprung ja egal, solange wir wissen, wo es in Erlangen Franzbrötchen, diese leckeren Verführer, gibt. Entdeckt haben wir es im Lorlebäck, der kleinen Bäckerei, die zum Café Lorleberg gehört. Auf einer unserer morgendlichen Touren sind wir dort vorbeigeradelt und WP_20150815_003wollten eigentlich nur einen Kaffee probieren. Wir betraten also die Bäckerei am Lorlebergplatz und innen empfing uns ein warmer Duft nach frisch Gebackenem. Belgische Waffeln, leckere Croissants, Pain au chocolat, Franzbrötchen und vieles mehr – da konnten wir nicht widerstehen und haben an diesem Tag zwei Dinge gekostet: Croissant und Franzbrötchen. Umwerfend gut. Manche Kunden, so Iris, eine der beiden Besitzerinnen, behaupten sogar, dass das Franzbrötchen aus dem Lorlebäck dem Hamburger Original sehr, sehr nahe kommt. Das glauben wir gerne. Übrigens: Seit diesem Morgen fahren wir öfter zum Lorlebäck, setzen uns auf die Kissen auf dem kleinen Fenstersims, genießen die Atmosphäre des Platzes bei einer der kleinen Leckereien des Lorlebäcks. Schön, dass es so etwas gibt.

Und wer das Plundergebäck selber backen will, findet auf Chefkoch.de und anderen Plattformen genügend Rezepte. Wer es aber stimmungsvoll und nett haben will, ist im Lorlebäck bestens aufgehoben.

 

Erlangen und Markt

Wir lieben Markt

Entdeckt haben wir unseren Markt in Erlangen im Urlaub in Graz. Dort besuchten wir den Bauernmarkt hinter der Oper am Kaiser-Josef-Platz. Früh am Morgen machten wir uns auf den Weg und tauchten ein in diese einzigartige Atmosphäre. Neben der Blumenfrau regionale Spezialitäten, Kuchen und frisches Brot, Wurst und Schinken. Dazu die bunten Obst- und Gemüsestände, ein paar kleine Imbissstände und Cafés am Rand. Voll von Duft und Leben. Wir haben uns zu den Einheimischen gesellt, dem Dialekt gelauscht und dem bunten Treiben zugeschaut – die Grazer bei einem Viertel oder einem kleinen Schwarzen, wir bei einem Cappuccino. In Graz ist der Markt eine Mischung aus kleinen Buden – dort kann man unter anderem Honig, Wein oder Hochprozentiges kaufen – und Marktständen. Hier stehen die Bäuerinnen und Bauern, die Metzger und Bäcker, diskutieren und geben Tipps, lassen einen gerne auch mal probieren. Auf dem Markt kann man die Waren noch unverpackt erleben, Frische und Genuss unmittelbar aufnehmen. Da möchte man am Liebsten gleich anfangen zu schnipseln und zu kochen. Und Erlangen?

Der Markt direkt am Schloss

Der Erlanger Markt liegt mitten in der Stadt, direkt am Schloss. Wochentags eher beschaulich, zeigt er am Samstag seine ganze Vielfalt. Dann ist hier ein Fischhändler ebenso vor Ort wie die Honigfrau, gibt es einen Bäckerstand, Blumen, die Metzgerei und den Oliven- und Käsestand, kann man „Brot wie früher“, wunderbare Kirschen und frische Eier inklusive kleiner Geschichten bei Hildegard, Obst und Gemüse aus der Fränkischen oder vom Großmarkt an den vielen Ständen kaufen.

Wer sich auf den Markt begibt und nicht in den Supermarkt muss, kann sich glücklich schätzen. Denn der Bummel über den Markt ist anregend und abwechslungsreich. Man trifft Bekannte, plaudert und tauscht sich aus, diskutiert mit der Honigfrau über die Wirkung von Propolis, probiert einen Brotaufstrich oder frische Zwetschgen, nimmt einfach in sich auf. Da sehen wir einen stadtbekannten Anwalt mit seinem kleinen Sohn, treffen eine alte Freundin und beobachten die Menschen, wie sie sich unterhalten und austauschen. Es ist Einkaufen in anderer Qualität, es ist Kommunikation. Hier werden nicht nur Waren gehandelt, sondern auch Informationen – natürlich nicht mehr das aktuelle Tagesgeschehen, das hat man längst auf dem Smartphone oder iPad gelesen, vielmehr kleine Geschichten und persönliche Tipps. Wie wird die Kirschmarmelade aromatisch? Was ist das Geheimnis eines guten Chutney? Was hilft bei Rheuma? Oder wie schützt man sich am besten vor Kälte. Denn Markt ist nicht nur im Sommer. Auch im Winter stehen die Marktleute auf ihrem Platz und versorgen uns mit regionalen Produkten und frische Ware.

Übrigens: Wer Lust auf einen Kaffee oder Cappucino, einen Viertel Wein oder gar ein Bier am Vormittag hat, kann sich in eines der Cafés rund um den Schlossplatz setzen, sich zurücklehnen und das Treiben von hier aus beobachten. Viel Spaß.

 

Brotbacken

Brotbacken geht auch einfach

Brotbacken macht Spaß – und ist gar nicht so schwer. Die einfachste Form ist eine Brotbackmischung zu kaufen. Etwa die Demeter-Mischung vom Bauck-Hof für ein leckeres Bauernbrot. Und wer einen Brotbackautomaten nutzt, kann sich ganz bequem zurücklegen. Wasser, Mischung, Hefe in die Form, Automat anschalten und fertig. Nach knapp 3 Stunden ist das Brot fertig gebacken. Lecker. Brotbackmischungen kann man bei ebl-naturkost oder im Onlineshop vom Bauck-Hof kaufen.

Brotbacken mit Sauerteigextrakt

Eine Entdeckung war für uns der Sauerteigextrakt von Biovegan. Den gibt es in drei Varianten: Roggen, Dinkel und Quinoa. Alle drei schmecken und bei allen drei ist die Zubereitung ein Kinderspiel.

Die Zutaten für etwa 1,5 Kilo Brot:

  • 1 Beutel Sauerteigextrakt Biovegan
  • 2 Beutel Hefe Biovegan
  • 1000 g Mehl oder Schrot, davon 700 g z.B. Dinkel und 300 g Roggen
  • 2-3 TL Salz
  • Gewürze (z.B. Kümmel oder Anis)
  • Nüsse, Leinsamen oder getrocknete Zwiebeln (je 100 g, je nach Geschmack)
  • 750 ml handwarmes Wasser

Die Zubereitung

Die trockenen Zutaten werden in einer Schüssel gut vermischt, danach wird das Wasser zugegeben. Alles wird gut verknetet (mit der Hand oder mit einem starken Handrührgerät- schwache geben auf oder werden mächtig heiß). Den Teig zwei Stunden in der zugedeckten Schüssel an einem warmen Ort gehen lassen. Danach nochmals gut durchkneten und den Teig in eine gefettete Backform (Kasten) geben oder auf ein Backblech. Achtung: Backblech mit einem Backpapier auslegen. Damit der Teig nicht zu sehr in die Breite geht, nehmen wir ein rundes Pizzablech, stellen es auf einen Rost und schieben alles in den kalten Ofen (mittlere Schiene). Manchmal bestreuen wir den Teig mit Sonnenblumenkernen, Kümmel oder Sesam. Jetzt den Teig oben kreuzförmig einschneiden, ca. 1 cm tief, und ein feuerfestes Gefäß mit Wasser auf das Blech stellen. Den Teig auf 180° bis 200° C ca. 80 Minuten backen. Zwischendurch mit Wasser bestreichen, dann bekommt das Brot eine schöne Kruste. Je nach gewünschter Bräunung das Brot aus dem Ofen nehmen. Zum Auslüften (ohne Form) auf einen Rost stellen. Fertig.

Das Brotbackbuch – die Kür

Wer sich intensiver mit dem Brotbacken beschäftigen möchte, dem können wir das „Brotbackbuch“ (Band 1 und 2) von Lutz Geißler empfehlen. Er backt ursprünglich. Uriges Landbrot, Kartoffelbrot, Baguette oder auch Buttermilchbrötchen. Alles traditionell mit langer Teigführung und wenig Hefe. Aber Obacht: Das ist schon eine Wissenschaft für sich und man muss sich einlesen und darauf einlassen. Zumindest im ersten Band. Im zweiten Band wird´s einfacher:

„Von Vollkornbrot bis Feingebäck ist alles dabei. Und nicht nur das. Jedes Grundrezept wird vierfach variiert. Alle Rezepturen werden zusätzlich als reine Sauerteigvariante, als no-knead-Brot (ohne Knetmaschine) und als über Nacht geführtes Brot angeboten. So ist der Nachbäcker zeitlich flexibel, kann die für ihn jeweils in den Tag passende Variante backen und bekommt trotz gleicher Zutaten vier geschmacklich verschiedene Brote.“

Bongartz

Musik mal nicht aus dem Internet

Es tut gut, wenn es Läden gibt, die Tonträger (CDs, Schallplatten & mehr) handverlesen anbieten. In Erlangen gibt es mindestens drei empfehlenswerte Geschäfte: musica records & books, Der Schallplattenmann und Bongartz. Während musica eher in der Klassik & im Jazz zu Hause ist, findet man beim „Schallplattenmann“ eine feine Auswahl aus den Bereichen Singer/Songwriter, Blues, Country, Jazz, Indie oder World. Und Bongartz? Bongartz bietet Jazz und Weltmusik, Pop und Indie, elektronische Soundscapes und alle Spielarten des Black Rhythm. Die Chart-Standards wird man bei allen vergeblich suchen, dafür bekommt man immer eine persönliche Beratung und Wissenswertes rund um den jeweiligen Künstler und die Musik mitgeliefert. Und natürlich kann man jede CD hören – in aller Ruhe, bei Bongartz mit einem leckeren Espresso oder Café aus der Siebträgermaschine. Das macht Laune und den Samstagvormittag zu einem kleinen Vergnügen.

Musik: Sehen, hören und erleben

In allen drei Geschäften ist man als Kunde noch Mensch, keine Nummer. Todde oder auch Peter vom Bongartz wissen sehr genau um die individuellen Präferenzen, schaffen es aber auch immer wieder mit Tipps zu überraschen, die außerhalb des eigenen Hörvergnügens liegen. Sie sorgen damit für Bereicherung – und wir freuen uns immer wieder über die unterschiedlichsten Anregungen und Erweiterungen unseres Horizonts. Es ist wie beim Modeshoppen. Gute Verkäuferinnen öffnen den Blick und helfen uns ab und an den eingefahrenen Trott freudig zu verlassen. Was man aber dort wie auch bei musica, Der Schallplattenmann oder Bongartz mitbringen muss, ist etwas Zeit. Zum Stöbern, Fragen und Hören, zum Nachfragen und Erzählen, zum Zuhören und Unterhalten. Denn in allen drei Geschäften ist Musikkompetenz auf vielfache Weise zu Hause. Es sind Menschen, die mit Leidenschaft ihr Geschäft betreiben, Musik lieben, Meinungen haben und auch mal klar Position beziehen. Durchaus gegen den Geschmack der Masse oder des einzelnen Kunden. Wie steht es bei Bongartz:

„Scheuklappen sind uns fremd, lieber geben wir Musik ihre Wertigkeit und ihre Emotionalität zurück.“

Tipp: Freitag ist Musiktag

Wer Anregungen sucht, sollte den Newsletter bei „Bongartz“ bestellen. „Freitag ist Musiktag“ wartet mit immer anregenden Empfehlungen aus allen Bereichen der Musik auf. Musik, die überrascht, Interpreten, die viele (noch) nicht kennen, Alben, die ungehobene Schätze sind. Wie „Zambidoose“ von The Gene Dudley Group. Viel Vergnügen.

Konzerte im Schlossgarten Erlangen

Konzerte unter freiem Himmel

Immer wieder sonntags … Manche gehen in die Kirche, andere zum Frühschoppen. In Erlangen trifft man sich im Schlossgarten der Stadt. Denn wie schon vor 39 Jahren finden in den Sommermonaten von Mai bis Anfang August die Schlossgartenkonzerte statt. Unter freiem Himmel kann man Jazz, Klassik, Klezmer oder auch Vokalensembles hören. Junge Familien oder Pärchen auf Decken liegend, Veteranen auf Klapp- und Campinstühlen, Frühaufsteher auf den vorbereiteten Stuhlreihen vor der Bühne.  Früher fanden die Konzerte vor der Orangerie, heuer wieder vor dem Schloss statt. Die Kulisse ist lauschig – auch wenn das Schloss in diesem Jahr ein Baugerüst trägt.

Die Wolken tanzen

Gegen 11.00 Uhr vormittags klingen die Instrumente. Dann gesellt sich die Musik zu dem Wind in den Blättern, vermischen sich die Töne mit den Farben der Blumen und Blüten, tanzen die Wolken im Rhythmus. Unter einem Magnolienbaum liegen, die Augen schließen und seine Gedanken frei lassen, am Brunnen sitzen und dem Saxophonisten zuhoeren, Kinder beobachten, die zur Musik tanzen und spielen, das Pärchen, welches aneinander gelehnt auf Reisen geht … Gut eine Stunde dauern die Konzerte und jeder findet im Schlossgarten seinen Platz. Es sind Auszeiten der kleinen, sympathischen Art. Manch einer läutet damit auch ein spätes Frühstück ein. Die Schlossgartenkonzerte sind zwanglos und nach wie vor ein Geheimtipp. Nicht überlaufen, sondern intim. Kein Event mit Verkaufsbuden und Marktständen, aufdringlichen Bierbänken und Bratwurstgrillen. Und das ist auch gut so. Wie schreibt Anke Steinert-Neuwirth, die Leiterin des Kulturamtes der Stadt Erlangen im Grußwort der Programmbroschüre: „In der Sonne sitzen, auf der Decke liegen, die Augen schließen und einfach nur zuhören – genießen Sie mit Ihrer Familie und Ihren Freunden die Erlanger Schlossgartenkonzerte 2015!“ Genießen, zuhören, entspannen, träumen – darum geht es. Nicht um Eventkultur. Und das ist weiterhin „umsonst und draußen“ dank der Sponsoren möglich.

Konzerte: von Jazz über Klezmer bis Klassik

In diesem Jahr eröffnet das Thomas Fink Quartett die Konzertreihe (11. Mai). Danach interpretiert Schmitts Katze Klezmer-Musik und jüdische Lieder (24. Mai).  Es folgen Konzerte mit den Bamberger Bachsolisten (31. Mai), mit Double Drums (14. Juni) und der Groovemaker BigBand (21. Juni). Am 12. Juli steht dann wieder etwas Besonderes für Kinder und Familien auf dem Programm: „Das Alphorn Theo, der kluge Klaus und Santa Fee“ lädt zum szenisch-interaktiven Konzert. Mit Alpcologne wird das Alphorn zum Hör-Abenteuer, erwartet die jungen Zuhörer eine spannende Mischung von Liedern aus verschiedensten Kulturen und Stilrichtungen, bei denen Mitsingen und Mitmachen ausdrücklich erwünscht ist. Am 19. Juli folgt VerQuer. Das Flötenquartett interpretiert in ihrem Konzert Werke von Mozart bis Michael Jackson auf besondere Art. Den Abschluss bildet in diesem Jahr die Jazzsängerin Wiletta Carson & Band am 2. August. More than Jazz – Swing, Soul, Blues und Gospel können die Zuhörer genießen. Wir freuen uns darauf.